# Ein Forgione-Rahmen durchquert Europa: von North Cape bis Tarifa

Im Sommer 2026 durchquerte ein Forgione-Rahmen ganz Europa: vom nördlichsten Punkt des Kontinents bis nach Tarifa an der südlichsten Küste des europäischen Festlands. Die Geschichte wird direkt von Carlo Centofanti erzählt, einem Freund und Kunden der Werkstatt in Gesualdo, den wir bereits im vergangenen Jahr bei der Trans Balkan Race 2025 begleitet haben. Diesmal war die Herausforderung das NorthCape-Tarifa, eines der längsten Endurance-Rennen für Rennräder weltweit. Lassen wir ihn selbst erzählen.

Carlo Centofanti unter dem Metall-Globus am Nordkap beim Start des NorthCape-Tarifa 2026
Nordkap, Norwegen – der Moment des Starts um Mitternacht, unter einer Sonne, die zu dieser Jahreszeit niemals untergeht.

Am 20. Juni 2026 begann die fünfte Ausgabe des NorthCape-Tarifa, des längsten zweijährlich ausgetragenen Endurance-Rennens der Welt. Unser Abenteuer begann um Mitternacht, eingehüllt in das zeitlose Licht der Mitternachtssonne am Nordkap.

61 Athleten machten sich auf den Weg nach Tarifa, insgesamt standen 75 Teilnehmer am Start, vertreten durch 31 Nationen. Nach 33 Tagen, 17 Stunden und 3 Minuten im Sattel erreichte ich den 16. Platz in der Gesamtwertung. In Tarifa überquerte ich nach 7.400 km, 85.000 Höhenmetern und der Durchquerung von 15 Ländern die Ziellinie – vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt des europäischen Festlands, durch Länder, Kulturen und endlose Landschaften.

Es war die härteste, komplexeste und zugleich faszinierendste Strecke asphaltierter Straßen, die ich je gefahren bin. Die Möglichkeit, Europa auf dieser endlosen und anspruchsvollen Route zu durchqueren, ist ein Privileg, das ich für immer in mir tragen werde.

Was dieses Rennen wirklich einzigartig macht, ist das Gefühl von Sicherheit und Abgeschiedenheit: Die ständige Entscheidung, Nebenstraßen zu bevorzugen, führte uns in abgelegene Winkel des Kontinents, die keine organisierte Tour jemals sichtbar machen könnte – dazu gehörten auch 600 km Schotter. Hinzu kommt, dass die Veranstaltung keinerlei externe Unterstützung erlaubt: Man ist vollständig auf sich allein gestellt und muss alles selbst organisieren, von der Ernährung bis zum Schlafen. Außerdem ist das Fahren in einer Gruppe nicht erlaubt.

Die Erfahrung verlief nicht ohne Rückschläge, und auch das Wetter war nicht gerade freundlich: Kälte, Wind und Hitze spielten allesamt ihre Rolle. Doch der Wille, die Ziellinie zu erreichen, war stärker, und mein Kopf und mein Herz blieben immer fokussiert. Glücklicherweise gab es nie einen wirklich gefährlichen Moment – ich musste das Fahrrad kein einziges Mal abschließen, und mehr als einmal schlief ich völlig friedlich unter freiem Himmel, überall empfangen von der Herzlichkeit der Menschen vor Ort.

In Tarifa anzukommen, war eine unbeschreibliche Freude. Auf den letzten Kilometern, als links von mir die Küste Marokkos auftauchte, überwältigte mich die Emotion endgültig.

Das Fahrrad, das mich auf dieser Reise begleitet hat, besitzt eine echte Seele, und sie besteht aus Stahl – einem besonderen Stahl, entstanden durch die geduldigen Hände von Vincenzo Forgione.

Danke, Vincenzo, für dieses Kunstwerk.

— Carlo Centofanti
Carlo Centofanti mit dem Forgione-Rahmen an der Abzweigung zum Col de l'Iseran auf 2.770 Metern
Col de l'Iseran, 2.770 m – der höchste Alpenpass entlang der Strecke.
Carlo Centofanti mit dem Forgione-Rahmen am Schild des Col du Galibier auf 2.642 Metern
Col du Galibier, 2.642 m – einer der legendären Pässe der Tour de France.

Fakten zur Strecke

  • Tiefster Punkt: -211 m (unter dem Meeresspiegel)
  • Höchster Punkt: 3.398 m (Pico del Veleta)
  • Überquerte Alpenpässe: Oberalppass, Gotthardpass, Petit Saint Bernard, Col d'Iseran (der höchste Pass der Alpen), Col du Télégraphe, Col du Galibier (ein Klassiker der Tour de France), Col d'Ornon, Col du Gaillon und Col de la Cayolle
  • Höchster Pass der Alpen: Col d'Iseran (2.764 m)
  • Höchster Pass der Pyrenäen: Port d'Envalira (2.409 m, der höchstgelegene ganzjährig geöffnete Gebirgspass Europas)
  • Durchquerte Länder: Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Italien, Frankreich, Andorra, Spanien
Rennrad mit Forgione-Rahmen neben dem Marmorschild am Pico del Veleta auf 3.395 Metern
Pico del Veleta, 3.395 m – der höchste Punkt der Strecke in der Sierra Nevada.

Das Fahrrad

  • Rahmen: Columbus-Stahl, gebaut von Forgione Telai
  • Gruppe: Shimano Ultegra 50/34 – 11/42
  • Laufräder: DT Swiss
  • Nabe: Nabendynamo
Karte der NorthCape-Tarifa-2026-Strecke mit den Etappen vom Nordkap bis nach Tarifa
Die gesamte Strecke: vom Nordkap in Norwegen bis nach Tarifa in Spanien – 7.400 km durch 15 Länder.
Carlo Centofanti hebt den voll beladenen Forgione-Rahmen unter einer fischförmigen Metallstruktur im Ziel über den Kopf
Die Ziellinie – 7.400 km später wird der Forgione-Rahmen hoch über den Kopf gehoben und trägt noch immer die Bikepacking-Taschen.

Eine außergewöhnliche Endurance-Leistung, bewältigt in völliger Selbstversorgung, auf einem Rahmen, der in der Werkstatt von Forgione Telai in Gesualdo (AV) entstanden ist. Unser Dank gilt Carlo und dem gesamten Team von Forgione Telai, dass er uns erneut an seiner Reise teilhaben lässt.

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